| Allgemein | „Vielleicht hat er seine Eltern bei einem Unfall verloren und findet jetzt seine Großmutter.“ „Ich finde, er sieht sehr einsam aus, dieser Junge.“ „Hat jemand eine Karte, auf der der kleine Junge glücklich wirkt?“ |
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„Was zum Teufel macht der Tiger hier? Warum habe ich einen Tiger? Und wo gehört der hin?“ „Vielleicht wurde seine Familie von den Grünen Khmer getötet?“ „Der Tiger ist ein Symbol, eine Metapher.“ |
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„Du musst das tun, du musst gehen!“ „Glaubst du, dass das sein Vater ist? Warum sollte er ohne ihn gehen?“ „Offensichtlich sind sie mit Farbe beschmiert ... vielleicht hat das Kind etwas mit dem Gemälde eines grünen Tigers angestellt? Ah, aber da ist jemand, der hinten beim Lastwagen wartet!“ |
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„Es sieht aus wie ein Flüchtling, der sich in einem Lastwagen versteckt.“ „Die Schmetterlinge sind wie ein Symbol dafür, dass man von einem bedrohlichen Ort wegfliegt.“ „Glaubst du, dass der Tiger hinten im LKW ist?“ |
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„Es ist ein offizieller Bereich mit Stacheldraht. Ein Polizist erlaubt dem Wagen, weiterzufahren, er zeigt in eine Richtung. Es sieht aus, als würde eine Familie während des Krieges ihren Sohn zur Flucht drängen.“ „Der Stacheldraht erinnert mich, ehrlich gesagt, an ein Konzentrationslager.“ – „ Und wenn es kein Lager ist, dann ist es vielleicht die Hafeneinfahrt?“ |
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„Oh, der sieht ja aus wie der kleine Prinz!“ „Ich sage, er geht in die USA, um Geschäfte zu machen.“ „Er geht nachts an Bord.“ |
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„Sein Kuscheltier ist noch im Koffer.“ „Auf dem Foto sieht er glücklich aus, mit seiner großen Schwester und seinen Eltern.“ „Vielleicht ist das Foto von einer Hochzeit, sie sind schick gekleidet.“ |
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„Er liegt in einer Hängematte und er sieht sehr verängstigt aus, er schläft nicht.“ „Ich weiß nicht, wo das auf dem Schiff ist, aber er reist sicherlich nicht 1. Klasse.“ |
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„Er achtet nicht so genau drauf, was um ihn herum passiert.“ „Er muss nach seiner schlaflosen Nacht müde sein.“ |
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„Ihm ist sein Kuscheltier ins Wasser gefallen. – Nein, er wirft sein früheres Leben weg. Er verliert ein Stück seiner Kindheit. Das hat eine symbolische Bedeutung.“ „Man sieht das Schiff von hinten und im Hintergrund ist das Ziel der Reise zu sehen, eine Stadt.“ |
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„Da ist ein großes Schiff, wie die Titanic, er steigt allein aus oder vielleicht folgt er einer Person im Vordergrund.“ „Ah, aber bei mir regnet es auch auf meiner Karte!“ |
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„Das Wasser wird durch eine Welle symbolisiert und eine Hand zeigt auf den Weg. Der Weg, den das Kind gehen muss, führt an einem Kreuz vorbei, wie von einem Krankenhaus.“ „Ich habe eine Karte mit einem gepunkteten Weg, der vom Wasser bis zu einem Kreuz führt. – Vielleicht ist es eine Schatzkarte?“ |
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„Er sieht verloren aus.“ „Sein Koffer tropft, das ist nach dem Regen.“ „Nachdem seine Eltern von einem Tiger gefressen wurden, geht es ihm nicht so gut.“ |
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„Vielleicht kommt er in eine Pflegefamilie. Oder ist es seine Großmutter? Auf jeden Fall steht da eine Dame, die ihn über ihre Brille hinweg anschaut.“ „Er hält ihr das Foto hin, um ihr zu sagen, woher er kommt.“ „Hey, aber schau mal! Die erste und die letzte Karte sind hochkant!“ |
Der Rote Faden – Im Schatten des Tigers
17,99 €
Sofort verfügbar, Lieferzeit: 3-5 Werktage
| Personenzahl: | Für 2 bis 4 Spielende ab 12 Jahren |
| Spieldauer: | 20 bis 30 Minuten |
| Artikelnummer: | 18706G |
| EAN: | 4250231741791 |
| Sprache: |
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| Verlag: | Pegasus Spiele |
| Im Sortiment seit: | 11.03.2025 |
| Format: | 10cm x 15cm x 3.2cm |
| Gewicht: | 280 g |
| Typ: | Kartenspiele, Familienspiele |
| Inhalt: | 64 Karten 2 Beiblätter 1 Anleitung |
In Der Rote Faden – Im Schatten des Tigers haben die Spielenden die Aufgabe, gemeinsam den Roten Faden zu finden, der die Einzelteile der Geschichte verbindet. Hierzu werden die Geschichtskarten zu Beginn jedes Kapitels gleichmäßig unter den Spielenden verteilt, wobei sie sich die Karten nicht gegenseitig zeigen dürfen. Stattdessen beschreiben sie den anderen, die Szenen, die auf ihren Karten abgebildet sind. Zusammen muss die Gruppe dann rekonstruieren, wie sich die Geschichte zugetragen hat und in welcher Reihenfolge die Karten angeordnet werden müssen.
Der Rote Faden – Im Schatten des Tigers ist ein kommunikatives Deduktionsspiel mit vier zusammenhängenden Kapiteln, die eine Geschichte über das Leben im Exil erzählen.
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- Achtung! Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet.
„Im Schatten des Tigers entstand fast von selbst. Es ist die Art von Erzählung, von der man meint, jemand hätte sie einem ins Ohr geflüstert. Aber wenn ich etwas mehr darüber nachdenke, ist es eine Mischung aus verschiedenen Geschichten, die ich gehört habe, Bruchstücken aktueller Ereignisse und auch meinen Befürchtungen für die Zukunft. Es erschien mir deswegen wichtig, zu versuchen, die Vorstellungskraft der Spielenden auf diesen drei Ebenen anzuregen."
– Tom Prothière, Spieleautor
🚩 ACHTUNG: Wenn ihr Der rote Faden – Im Schatten des Tigers noch nicht gespielt habt, lest nicht weiter und schaut euch die Bilder nicht an, um euch nicht zu spoilern. 🚩
Zusammenfassung
Alles beginnt mit einem grünen Tiger und einem kleinen Jungen, der wegen einer Gefahr von zu Hause weggehen muss. Ein Mann – vielleicht sein Vater – verabschiedet sich von ihm. Der Junge muss als blinder Passagier reisen, um einen Kontrollposten zu passieren. Er geht allein an Bord eines Schiffs und denkt an seine Familie, die er gerade verlassen hat. Dank des Plans, den er vor der Abreise erhalten hat, findet er den Weg zu seiner Gastfamilie – womöglich sind sie seine Großeltern oder einfach ein mit der Familie befreundetes Pärchen.
In seinem neuen Zuhause findet er trotz der Abwesenheit seiner Eltern wieder Orientierung. Die Eingewöhnung in der Schule ist nicht einfach, aber seine Gastfamilie unterstützt ihn. Er freundet sich mit seiner Nachbarin an, die später seine Frau wird. Seine Gastmutter stirbt und lässt die Erinnerung an den grünen Tiger aufleben. Schweißgebadet schreckt er neben seiner schwangeren Frau aus dem Albtraum hoch, in dem der Tiger ihn verfolgt.
Als der Protagonist älter ist, geht er mit seiner Tochter spazieren und sieht ein Tigerplakat, das erneut seine Erinnerung triggert und ihn in seine Vergangenheit zurückversetzt. Er fällt in Ohnmacht und erlebt noch einmal die Szene, die ihn traumatisiert hat: Bewaffnete Männer sind in das Haus seiner Familie eingedrungen. Um nicht sehen zu müssen, was die Männer seiner Mutter und seiner Schwester antaten, drehte er seinen Kopf weg und starrte auf das grüne Tiger-Tattoo eines der Angreifer. Als er im Krankenhaus aufwacht, erklärt er seiner Frau alles.
Im hohen Alter beschließt der Protagonist, mit seiner inzwischen erwachsenen Tochter in sein Heimatland zurückzukehren. Auf der Überfahrt erinnert er sich an den Moment, als er sein Kuscheltier verloren hat. Am Haus seiner Kindheit angekommen, sieht er die Gräber seiner Familie und fällt auf die Knie, er ruft sich die Gesichter seiner Familie ins Gedächtnis. Als er zum Schiff zurückkehrt, hat er das Gefühl, dass die Reise ihm geholfen hat, sein Trauma hinter sich zu lassen.
Autorenstimmen
Worte des Autors
„Im Schatten des Tigers entstand fast von selbst. Es ist die Art von Erzählung, von der man meint, jemand hätte sie einem ins Ohr geflüstert. Aber wenn ich etwas mehr darüber nachdenke, ist es eine Mischung aus verschiedenen Geschichten, die ich gehört habe, Bruchstücken aktueller Ereignisse und auch meinen Befürchtungen für die Zukunft. Es erschien mir deswegen wichtig, zu versuchen, die Vorstellungskraft der Spielenden auf diesen drei Ebenen anzuregen.
Aus diesem Grund wird die Nationalität der Flagge auf Karte 4 in Kapitel 1 nicht definiert. Ein Land festzulegen hätte die Geschichte sofort an einen Ort, eine Epoche oder eine Gefahr geknüpft, während die Flucht ins Exil leider ein universelles Thema ist. Im Übrigen kann hier in diesem Sinne genauso gut eine Grenze, ein Checkpoint, ein Lager, ein Reservat sein... Sicherlich hat eure Vorstellungskraft euch die Szene auf die eine oder andere Weise interpretieren lassen, zumindest hoffe ich das.
Die Karte 2 in Kapitel 1 (die Abschiedsszene) wird ebenfalls oft hinterfragt. Für mich ist der Mann mit dem Bart der Vater des Kindes, und wir haben oft über Elemente gesprochen, die den Zweifel an dieser Frage ausräumen könnten. Aber ein Element nach vorne zu stellen, zwingt einen oft dazu, ein anderes nach hinten zu stellen, und in 13 Karten sind wichtige Informationen mit Feingefühl zu handhaben. Wir haben es vorgezogen, diesen Aspekt nicht zu näher zu bestimmen.
Ein anderes Beispiel: Lässt das Kind das Kuscheltier absichtlich fallen oder ist es ein Unfall? Es hat uns so viel Spaß gemacht, den Diskussionen zuzuhören, die von den Emotionen aller Beteiligten zeugten, dass es für uns eine Art Verrat gewesen wäre, dies offiziell zu beantworten.
Fragen wie diese gibt es noch viele: Lebt das Kind in Kapitel 2 bei seinen Großeltern oder einem befreundete Paar der Familie? Warum gerät es in der Schule in eine Schlägerei? Wer sind die Männer in Kapitel 3, die seine Familie entführen? Was tun sie seiner Mutter an?
Auf die letzte Frage möchte ich genauer eingehen. Wir haben natürlich ausführlich über die Härte dieser Szene diskutiert. In der Skizzenphase erschien uns die Karte mit der Hand, die die Mutter an den Haaren packt, zu brutal und wir hatten sie zeitweise herausgenommen. Aber nach einigen Tests stellten wir fest, dass das Kapitel ohne sie nicht funktionierte. Also setzten wir sie wieder ein. Im Kern der Geschichte geht es um dieses Trauma, und wir konnten diese Stelle deswegen nicht kürzen. Es war die Erzählung, die wir gewählt hatten. Was die Frage betrifft, was sie seiner Mutter oder seiner Schwester antun, so möchte ich das nicht einmal für mich selbst klar definieren. Schutzmechanismen unseres Gehirns erlauben es uns, uns von traumatischen Situationen zu distanzieren und Details zu vergessen. So wie das Kind in der Geschichte sich diese Details nicht mehr in Erinnerung rufen kann, so möchte auch ich nicht mehr darüber sagen.
Wenn ich zurückblicke auf die Partien, die ich selbst beobachtet habe, werden die Emotionen dadurch sogar noch gesteigert: Man stellt sich das Schlimmste vor, was man erlebt hat, oder wie man es erlebt hat. Wenn das Spiel in euch schmerzliche Erinnerungen wachgerufen hat, so bitte ich dafür um Verzeihung und hoffe von ganzem Herzen, dass euer Schmerz mit der Zeit vergeht.
Das letzte Kapitel haben wir als notwendig erachtet, um euch nicht mit dieser tragischen Erinnerung zurückzulassen. Wer hat die drei Gräber ausgehoben? Und wie ist der Vater gestorben? (Denn ja, ich habe mir das dritte Grab als das des Vaters vorgestellt.) Diese Fragen haben wir beiseitegelassen zugunsten der Vorstellung, dass die Fesseln des Leidens, die den Protagonisten gefangen hielten, nun zerschlagen wurden, und der Protagonist – inzwischen ein alter Mann – einen inneren Frieden findet, indem er mit seiner Tochter an den Ort der Geschehnisse zurückkehrt und versteht, welches Leid er ihr durch sein Exil ersparen konnte.
Was die Frage betrifft, was aus ihm geworden ist, so kann ich mir gut vorstellen, dass er einen sehr schönen Lebensabend genießt. Was glaubt ihr?“
Tom
Worte des Originalverlags
„Wir möchten den Autoren von Der rote Faden, Julien und Tom Prothière, unsere herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Ihre Kreativität und Leidenschaft haben ein Spiel zum Leben erweckt, das tief in die Herzen und Köpfe der Spielerinnen und Spieler eindringt. Danke für dieses erzählerische Erlebnis, das uns daran erinnert, wie wichtig Emotionen und der zwischenmenschliche Austausch im Spiel sind.
Ihr habt ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis geschaffen, und wir fühlen uns geehrt, dieses Abenteuer mit euch teilen zu dürfen.“
– Die „Holzfäller“ von Lumberjacks Studio
Zitate
Vielen Dank, dass ihr Der rote Faden – Im Schatten des Tigers gespielt habt. Im Weiteren findet ihr eine Sammlung von Zitaten der Spielenden zu den einzelnen Kapiteln. Was ging euch bei den Karten durch den Kopf?



















































