Im Interview – Bestseller-Autor Markus Heitz

Vielen von euch müssen wir unseren heutigen Interviewgast vermutlich gar nicht vorstellen. Für alle, die ihn noch nicht kennen, tun wir es trotzdem sehr gerne: Markus Heitz ist Romanautor. Und zwar einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Autoren für Fantasy-, Science Fiction- und Horrorliteratur. Seine wohl bekannteste Romanreihe ist Die Zwerge mit insgesamt fünf Bänden: Die Zwerge, Der Krieg der Zwerge, Die Rache der Zwerge, Das Schicksal der Zwerge und Der Triumph der Zwerge. Im Mittelpunkt der Romanreihe, die es mehrfach in die Top Ten der Spiegel Belletristik-Bestsellerlisten schaffte, steht der Zwerg Tungdil, der unfreiwillig zum Helden des Geborgenen Landes und seines Volkes wird. Gemeinsam mit seinen Verbündeten muss er sich durch Horden von Orks, Ogern und dunkle Elfen kämpfen.

Tungdil

Aber was hat das nun mit Pegasus Spiele zu tun? Ganz einfach, da wir die Geschichten und die Welt in der Die Zwerge spielt unglaublich faszinieren finden (und natürlich absolut lesenswert – wenn ihr sie nicht kennt, schaut euch die Bücher unbedingt an!), haben wir bzw. die Autoren Michael Palm und Lukas Zach (UNDO, Adventure Island, Zauberei hoch drei uvm.) 2012 ein Brettspiel in der Zwerge-Welt veröffentlicht. Und diesem ersten Grundspiel folgten die Charakter-Erweiterung, die Saga-Erweiterung, die Mit vereinten Kräften-Erweiterung und ein 2-Spieler-Spiel, Die Zwerge – Das Duell. Da das Spiel auch nach acht Jahren sehr sehr viele von euch begeistert und eure Nachfrage nach den inzwischen längst vergriffenen Erweiterungen immer noch ungebrochen ist, haben wir uns entschlossen, eine  Zwerge Big Box zu veröffentlichen, die in der ersten Jahreshälfte 2021 erscheinen wird. Sie enthält das Grundspiel und alle bisher erschienenen Erweiterungen. Also schlüpft in die Rolle von Tungdil und seinen Gefährten und beschützt das geborgene Land gemeinsam vor den Armeen des Bösen! 

Aber bevor es soweit ist, freuen wir uns, dass Markus uns ein bisschen mehr über sich und die Welt der Zwerge erzählt:

Markus, du bist einer der erfolgreichsten Fantasy-Autoren in Deutschland. Was denkst du, was begeistert die Leser an deinen Romanen? Worauf bist du am meisten stolz?

„Ich glaube, der Trick an der Sache ist, nicht drüber nachzudenken, wem die Geschichte gefallen könnte – sondern sie einfach zu schreiben. Hat man Spaß an dem, was man tut, schlägt sich das immer nieder, und das merkt die Leserschaft. Davon bin ich überzeugt. Stolz in dem Sinn bin ich nicht auf das Erreichte, stattdessen freue ich mich, dass ich tun darf, was ich immer tun wollte. Seit etwa zwanzig Jahren. Ein größeres Privileg kann es für einen Kreativen kaum geben. Danke an die Fans!“

Mit den eigenen Geschichten sein Geld zu verdienen klingt für viele wie ein Traum. Wie sah dein Werdegang aus? Wie bist du Autor geworden? Wie alt warst du, als du deine erste geschrieben hast bzw. als das erste Mal eine Geschichte von dir veröffentlicht wurde? Hast du jemals überlegt, etwas anderes zu machen?

„Ich habe mit 14 angefangen zu schreiben und fand es großartig, was man mit Worten erschaffen kann. Die Liebe zum Schreiben blieb, das RPG kam dazu, die Welten wurden größer. Anfangs war ich hauptberuflich Journalist und schrieb nebenbei Romane, um von etwas leben zu können. Nur ca. 4% der AutorInnen können alleine von dem leben, was ihre Bücher abwerfen. Der Rest hat, wie ich am Anfang, einen Hauptjob. Ulldart und Shadowrun liefen ganz okay, dann kamen die Zwerge, und ich wagte den Wechsel in den Hauptberuf als Autor im Jahr 2004. Habe ich nie bereut und wollte nie etwas anderes machen. Kreativ sein, Storytelling, das geht in vielen anderen Bereichen und eröffnete mir viele tolle neue Einsichten und Kooperationen, zB auch mit Musikgruppen wie Corvus Corax (Die Zwerge Live mit Johannes Steck & Der Fluch des Drachen), Persephone (Judassohn-Tour), Qntal (Albae-Tour und Liedtexte). Deswegen sage ich stets: Wer einen ähnlichen Traum hat – nicht wegwerfen. Durchhalten. Hartnäckig und vor allem fleißig sein. Es kostet alles Zeit, und immer an die 80 Wochenstunden denken. ?“

Lass uns über die Zwerge sprechen. Was hat dich dazu inspiriert, Die Zwerge zu schreiben? War von Anfang an eine Buchreihe geplant oder wolltest du zunächst nur ein einzelnes Buch schreiben?

„Nein, es war zunächst als Einzelwerk gedacht, weil weder der Verlag noch ich wussten, ob jemand Zwerge als Hauptcharaktere interessiert. Das tat es. Zum riesigen Glück. Zwerge mochte ich als Rollenspiel-Charaktere gerne, daher fiel die Wahl sofort auf sie. Als fies-bös-stylisches Gegengewicht kamen die Albae noch ins Spiel. Musste einfach sein.“

Und wie fandest du die Idee, auf Basis deiner Buchreihe ein Brettspiel zu konzipieren?

„Ich fand es von Anfang an super, vor allem weil ich die Erfinder schon vorher gut kannte. Volles Vertrauen in die beiden Jungs.“

Hattest du konkrete Erwartungen an das Spiel und gibt es etwas, das dir besonders gut daran gefällt?

„Mit Erwartungen an etwas rangehen, das kann schnell schiefgehen. Deswegen war ich einfach nur neugierig, was sie aus dem Setting machen. Und aus der Welt. Dass es dann ein so gutes Spiel wird, freute mich umso mehr. Der Ansatz, dass man nur gemeinsam siegen kann, ist sehr gelungen und spiegelt wieder, um was es im Roman geht – Zusammenhalt, Gemeinschaft. Im Spiel erlebt man die Geschehnisse des ersten Bandes aus eigener Sicht durch die Augen der Helden, doch es ist nie gesagt, dass es ein Happy End gibt. Oder dass der Spielverlauf immer der gleiche ist – ganz im Gegenteil. Das macht das Brettspiel so besonders: Ob man das Geborgene Land retten kann, hängt von der Zusammenarbeit der HeldInnen ab. Und das Böse greift niemals auf die gleiche Weise an.“

Spielst du selbst Brettspiele? Und falls ja, hast du „Die Zwerge“ auch gespielt?

„Gelegentlich, wenn sich Zeit und MitspielerInnen ergeben, was in Coronazeiten noch schwieriger wurde. Und klar habe ich die Zwerge gespielt! Also, bitte! Das wäre ja noch schöner! :D“

Zu Die Zwerge gibt es Bücher sowie Hörbücher, Brettspiele und ein Videospiel – verrätst du uns zum Schluss noch, ob noch weitere Projekte geplant sind und welcher eigentlich dein Lieblingscharakter im Buch bzw. im Spiel ist?

„Aktuell ist nichts Neues geplant – abgesehen von einem sechsten Zwergeband, der im Herbst 2021 erscheinen wird. Im Gamesbereich sind die Macher gerade sehr mit anderen Projekten ausgelastet und leider gebunden. Was mich für sie freut, aber es für ein neues Zwerge-Game schwer macht. Einen Lieblingscharakter habe ich auch nicht – ich finde, jeder und jede von ihnen hat liebenswerte Seiten!“

Vielen Dank Markus für deine Antworten! Wir freuen uns jedenfalls schon sehr auf den neuen Zwerge-Band und natürlich Die Zwerge Big Box!

Wenn ihr Die Zwerge noch nicht kennt und jetzt Lust habt, das Spiel schon mal anzuspielen, dann schaut in unserer digitalen Spieleausleihe vorbei. Dort könnt ihr Die Zwerge kostenlos digital auf Tabletopia ausprobieren. Wenn ihr mehr von und über Markus Heitz erfahren wollt, dann dürft ihr außerdem schon jetzt auf den nächsten Ringboten gespannt sein, der Mitte März erscheint, denn dort beantwortet er uns weitere Fragen zu seiner Arbeit als Fantasyautor und natürlich zu Die Zwerge.

 

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