Unsere Partnerverlage – Deep Print Games

In der vergangenen Zeit haben wir euch bereits unsere Partner Portal Games, Edition Spielwiese und Frosted Games vorgestellt. Nun stehen mit Renature und Kyoto die ersten Titel des neu gegründeten Verlags Deep Print Games in den Startlöchern. Passend dazu möchten wir euch diesen neuen Partner heute präsentieren und euch tiefere Einblicke in die Entwicklung der beiden Debüttitel geben!

Im Januar 2020 riefen sechs bekannte Gesichter mit Deep Print Games einen neuen Verlag ins Leben: Die gleichberechtigen Gesellschafter Peter Eggert und Philipp El Alaoui (ehemals eggertspiele/Plan B Games), Viktor Kobilke (Frosted Games, ehemals eggertspiele/Plan B Games) und Matthias Nagy (Frosted Games) sowie Karsten Esser und Andres Finkernagel (Pegasus Spiele). Zusammen bringen die sechs Spieleenthusiasten 130 Jahre Erfahrung in der Spielebranche mit in den neuen Verlag, der ein Aushängeschild für besondere Familien-, Kenner und Expertenspiele werden soll.

In den nächsten Wochen erscheinen nun – kurz nacheinander – die ersten beiden Titel des neuen Verlags, Renature und wenig später Kyoto. Wie kam man mit den Autoren der beiden Titel ins Gespräch? Und wie lange hat die Arbeit an diesen beiden Titeln gedauert? Das weiß Geschäftsführer Matthias Nagy zu berichten: „Das war zum einen eher Zufall und zum anderen auch Liebe. Peter [Eggert] hatte in beiden Fällen seine Hand im Spiel. Nach seinem Weggang von Plan B im Oktober [2019] und unserem Beschluss, einen neuen Verlag aufzumachen, war er im November im Sauerland beim Spielen in Willingen, wo er natürlich auch viele Autoren getroffen hat, unter anderem Michael Kiesling, der ihm dort das Spiel zeigte, das schließlich zu Renature wurde. Wir waren im Team sehr schnell davon überzeugt und froh, ein so schönes Spiel gleich für den Anfang zu haben.“

Zu Kyoto erzählt Matthias weiter: „Bei Kyoto ist die Hintergrundgeschichte schon länger: Es begann vor vielen Jahren, als White Castle Peter das Spiel das erste Mal gezeigt hatte und er es sehr spannend fand. Bei eggertspiele hatte es lange nicht reingepasst und auch bei Plan B ging es mit dem Spiel nicht so richtig voran. Für unseren neuen Verlag fanden wir das Spiel aber sofort passend – auch für die Aussage, für die wir stehen möchten. Peter hatte in den vielen Jahren auch schon sehr viel an dem Spiel gearbeitet und so musste nur noch Viktor seine Schleife drum machen, was zum Glück relativ schnell passierte. Renature hat ungefähr fünf Monate Arbeit beansprucht, aber bei Kyoto waren es bestimmt vier Jahre.“

In Renature ist es eure Aufgabe, ein umweltverschmutztes Tal in seinen ursprünglichen Zustand zu verwandeln, indem ihr Tiere und Pflanzen neu ansiedelt bzw. anpflanzt. Doch auch wenn es auf den ersten Blick wie ein „liebes Familienspiel“ wirkt, so wird spätestens bei der Wertung schnell klar, dass ihr ein sehr taktisches Spiel um Punkte vor euch liegen habt, bei dem ihre eure Mitspieler ganz schön ärgern könnt. Damit passt es genau wie Azul von Michael Kiesling zu den Spielern, die mit einfachen Regeln auskommen und gleichzeitig viel Interaktion wollen.

Kyoto ist im Vergleich dazu eher ein Verhandlungsspiel. Jeder von euch schlüpft in die Rolle einer großen Nation bei einer Klimakonferenz. Durch die Zusammenarbeit eurer Nationen muss der Planet vor einer Katastrophe bewahrt werden, doch egal was mit dem Planeten passiert, am Ende gibt es unter den Nationen immer Sieger und Verlierer. Matthias definiert die Zielgruppe: „Wer auf Verräterspiele steht oder auf Spiele, bei denen man feilschen darf und schauen muss, dass der Deal für einen besser ausgeht als für den anderen, sollte hiermit sehr glücklich sein. Dazu kommt die Spielzeit von unter 45 Minuten, so dass es jeder mal probieren kann.“

Wer von euch sich bereits die Schachtelrückseite von Kyoto angeschaut hat und über den Zusatz „satirisch entlarvend“ gestolpert ist, der darf sich vor allem auf die teils außergewöhnliche Bebilderung des Spiels freuen: „Christian Opperer, der Illustrator, hat es in jedem einzigen Bild geschafft, die vielen Luxusartikel vor allem in Form von Geld darzustellen. Auf jedem Bild sind Scheine und/oder Münzen zu sehen. Sie sollen symbolisieren, wie die Menschheit mit der Umwelt umgeht. Dazu kommt, dass in dem Spiel die Klimaziele von 1997 deutlich gemacht werden, welche sich eigentlich bis heute nicht verändert haben“, erklärt Matthias und fügt hinzu: „Im Spiel geht es aber nicht um einen erhobenen Zeigefinger, sondern darum, dass wir in der Situation dieser Staaten stehen, die auf der einen Seite natürlich bestimmte Klimaziele erfüllen wollen, auf der anderen Seite aber eigentlich wollen, dass die anderen möglichst viel dazu beitragen, damit man selbst als Gewinner aus diesem Klimapoker rausgeht. Ohne den satirischen Ansatz wäre das ein ziemlich brutales Thema, welches von einigen wohl falsch verstanden werden könnte. Die Satire soll hier aber die Augen öffnen, dass wir alle zusammen etwas bewegen müssen.“

Deep Print Games will in dieser Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen. So wird der Verlag aus den Erlösen von Kyoto für den Erhalt von Wäldern spenden und bei Renature wird es kein Plastik in der Schachtel geben, nicht mal die geliebten Zip-Beutel. Stattdessen werden Stoffbeutel beiliegen. Dass die Themen Umwelt- und Naturschutz in beiden Spielen eine wichtige Rolle einnehmen, heißt allerdings nicht, dass dieser Fokus eine Art „roter Faden“ ist, der sich auch bei kommenden Veröffentlichungen wiederfinden wird, sagt Matthias: „Es werden sicher auch Spiele kommen, die vom Thema her weit weg oder gänzlich abstrakt sind. Doch Deep Print Games ist es als Verlag auf jeden Fall wichtig, auch bei zukünftigen Spielen die Umwelt möglichst wenig bis gar nicht zu belasten.“

Wer von euch sich jetzt fragt, welche Projekte Deep Print Games schon in den Startlöchern stehen hat – Matthias erzählt: „Für das erste Halbjahr 2021 ist bereits ein Party- und Kommunikationsspiel in Arbeit, bei dem die Spieler nicht nur einfach Bilder mit Worten assoziieren müssen, sondern in Teams erkennen müssen, was das andere Team gerade assoziiert, um ihnen die Punkte abzuluchsen. Parallel dazu entwickeln wir auch schon das nächste Familienspiel, dessen Autor der aktuelle „Spiel des Jahres“ – Autor Christian Stöhr ist – doch alles weitere ist noch geheim.“

 

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